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>> Pressemitteilung der Allianz pro Schiene vom 15.09.2005:


Drastischer Anstieg bei Zulassung von "mautfreien" Lastkraftwagen

Bündnis-Forderung: Maut für alle Lkw ab 3,5 Tonnen

(Berlin) - Eigentlich sollte die seit Anfang 2005 für schwere Lastkraftwagen ab
12 Tonnen auf Autobahnen geltende Lkw-Maut helfen, den Güterverkehr von der
Straße auf die Schiene zu verlagern. Nun gibt es erste Anzeichen dafür, dass
die 12-Tonnen-Gewichtsgrenze sogar zu zusätzlichem Lkw-Verkehr auf
Deutschlands Straßen führt. Der Grund: Immer mehr Spediteure entscheiden
sich für Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht unter 12 Tonnen, also für
"mautfreie" Lkw. "Was vorher in einem einzigen schweren Lkw transportiert
worden ist, wird durch die 12-Tonnen-Maut-Grenze vermehrt auf kleinere Lkw
verteilt. Die Zahl der Lkw-Fahrten nimmt dadurch zu. Umweltpolitisch ein
Trend in die völlig falsche Richtung", kritisierte Allianz pro
Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege. Die Allianz pro Schiene und das "Bündnis
Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) für Europa" verweisen auf die
aktuellen Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes. Danach ist die Zahl
der Neuzulassungen für mautfreie Lkw (7,5-12 Tonnen) im ersten Halbjahr 2005
um 36,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach oben geschnellt.
Laut Bundesamt eine "auffallend deutliche" Steigerung. Die
Gesamtzulassungszahl aller Lkw im Vergleichszeitraum stieg "nur" um 4,7
Prozent an. Angesichts des Zulassungsbooms für mautfreie Lkw und eines
gleichzeitigen Zulassungsrückganges für mautpflichtige Lkw mit einem
zulässigen Gesamtgewicht von 12-18 Tonnen um 5,2 Prozent im ersten Halbjahr
2005 forderten beide Organisationen die Bundesregierung auf, "alle Lkw ab
3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht in die Lkw-Maut miteinzubeziehen". Was
im EU-Land Österreich längst praktiziert wird, muss auch in Deutschland
möglich sein. Das Verstecken des Bundesverkehrsministeriums hinter angeblich
fehlenden EU-Regelungen zieht nicht", sagte die Geschäftsführerin des
"Bündnis Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) für Europa", Heike
Aghte.
Beide Organisationen appellierten an das Europaparlament, bei den aktuellen
Beratungen über die so genannte "Eurovignetten-Richtlinie"
(Lkw-Mautrichtlinie) an der 3,5 Tonnen-Gewichtsgrenze festzuhalten und sich
nicht von der Lkw-Lobby "weichkochen zu lassen".


Die Zulassungszahlen im ersten Halbjahr 2005 finden Sie unter:
http://www.kba.de/Stabsstelle/Presseservice/Pressemitteilungen/pressemitteil
ungen2005/NeuzulassungenBesitzumschreibungen/n_06_05.htm

Original Text:
http://www.allianz-pro-schiene.de/sites/presse.php?art=0202&count=31/05

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