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>> Pressemitteilung vom 28. Juni 2005:


Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz vor genau 30 Jahren gegründet

Drei Jahrzehnte für den Umweltschutz: Der LBU feiert heute 30. Geburtstag

(Hannover) - Die Gründermütter und -väter haben immer daran geglaubt, und nun ist es soweit: Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) Niedersachsen e.V. besteht seit 30 Jahren. Genau am 28. Juni 1975 wurde der Verband in der evangelischen Akademie Loccum gegründet. In drei Jahrzehnten aktiver Umweltschutzarbeit kann der Verband auf eine Vielzahl von Erfolgen zurückblicken - der Blick richtet sich jedoch in die Zukunft.

Anfang der 1970er-Jahre rüttelte ein Bericht die Menschen wach: Die Vordenker-Gruppe des Club of Rome veröffentlichte ihren Bericht zu den "Grenzen des Wachstums" - eine Umweltschutzbewegung war geboren, an vielen Orten bildeten sich Bürgerinitiativen. Schnell erkannten sie, dass sie viele Projekte nur vernetzt und landesweit angehen konnten. Am 28. Juni 1975 gründeten sie den LBU als ihren Dachverband. Gemeinsam mit der hannoverschen Bürgerinitiative Umweltschutz (BIU) e.V. zog der neue Verband in seine erste Geschäftsstelle in die Königstraße (Hannover). Die ersten Themen: Der Wärmelastplan Weser, die Wiederaufbereitungsanlage Gorleben, der Dioxin-Skandal auf der Mülldeponie Münchehagen - und es galt, 49 (!) mögliche Standorte für Atomkraftwerke zu verhindern. Dass sie nicht Wirklichkeit wurden, ist sicherlich auch einer der Erfolge des LBU.

Heute besteht der LBU aus mehr als 100 Umweltschutzvereinen und Bürgerinitiativen und vertritt somit über 15.000 Mitglieder. In allen Regionen des Landes treten sie, meist unter ihrem eigenen Namen auf - auf diesem Weg hat wohl jeder Niedersachse schon einmal vom LBU gehört, wenn auch nicht immer unter dem Namen des Landesverban-des. Vorstandsmitglied Bernd Mros: "Der LBU hat sich immer verstanden als ein Verband, der nicht nur verhindern, sondern vor allem auch positive Impulse geben will. Das ist einer der Gründe, warum wir jetzt ins vierte Jahrzehnt gehen." Für die LBUler und LBUlerinnen ist klar: Die Umwelt braucht auch weiterhin eine starke Lobby!

Rückblickend kann man die 70er-Jahre als Aufbauphase des LBU bezeichnen, der in den 80er-Jahren die Konsolidierungsphase folgte und die in den 90er-Jahren in eine Ausbauphase überging. Nun, in der Mitte des neuen Jahrzehnts, lässt sich auch dieses einordnen: "Wir müssen dieses Jahrzehnt als eine schwierige Phase des Umbruchs bezeichnen", sagt LBU-Geschäftsführerin Christine Jordan. Eine seit über 10 Jahren auf einer Gesetzesgrundlage basierende "Finanzielle Förderung von Umwelt- und Naturschutzverbänden" wird ab 2006 vollkommen eingestellt. Durch die Bereitstellung finanzieller Mittel hatte das Land Niedersachsen gezeigt, dass es Wert auf engagierten Umweltschutz legt. Selbst die umfassenste ehrenamtliche Arbeit kann nicht zum Nulltarif geleistet werden. Der LBU musste allerdings um seine - bereits erheblich reduzierte - Landesförderung der letzten beiden Jahre kämpfen. Jordan: "Es ging auch schon an unsere Substanz, gegen eine Rücknahme unseres Bewilligungsbescheides anzugehen. Mit einem positiven Ausgang hat sich rückblickend betrachtet die Sisyphusarbeit gegenüber der Landesregierung gelohnt."

Heute beginnt ein neues Jahrzehnt für den LBU. Die alten Themen sind auch die neuen. Geschäfsführendes Vorstandsmitglied Wolfgang Zingler: "Atompolitik, speziell Gorleben ist ein Thema, welches in diesen Tagen leider eine sehr negative Aktualität bekommt. Energieerzeugung, die Abfallproblematik, der Bodenschutz - alles dies wartet auf eine umweltfachliche Bearbeitung. Und der LBU wird seine Kräfte bündeln und tüchtig mitmischen."



Rückfragen an die LBU-Geschäftsstelle, Goebenstr. 3a, 30159 Hannover; Tel. (05 11) 3 68 15 20; Fax (05 11) 3 68 13 31; E-Mail: [ info@lbu-niedersachsen.de ]


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