| [ Zurück zur Übersicht »Aktuelles« ] |
|
UN-Klimakonferenz: Deutschland verfehlt Kyoto-Ziel von Karlheinz Narten, AK Verkehr im LBU Niedersachsen e.V. Der auf der 9. UN-Klimakonferenz vorgestellte Emissonsbericht der Europäischen Union (EU) ist viel pessimistischer als im Vorjahr, weil Deutschland, das ein Viertel aller CO2-Gase in der EU verursacht, nun wesentlich höhere Emissionen prognostiziere. Demnach wird der Straßenverkehr in 2010 rund 34 Prozent mehr Treibhausgase produzieren als in 1990. Nach den aktuellen Daten des Umweltbundesamtes verursacht ein Pkw 2,3-mal mehr und ein Lkw sogar fünfmal mehr klimaschädliches CO2 als die Bahn. Die Allianz pro Schiene e.V. (ein Zusammenschluss von 16 Non-Profit-Organisationen, darunter die Umweltverbände, neben dem LBU auch der BUND, NABU und VCD, unterstützt durch 35 Wirtschaftsunternehmen) fordert in einer Pressemitteilung die Bundesregierung auf, die Bahn als die klimaschonende Alternative im Verkehr stärker zu fördern. Wörtlich heißt es darin: »Ohne eine Verkehrswende zugunsten der Bahn ist unser Klima nicht zu retten. Kürzungen bei der Schiene tragen letztlich zum Klimakollaps bei.« Die Bundesregierung wird folgerichtig aufgefordert, »ihr CO2-Reduktionsziel bei den laufenden Haushaltsberatungen zum Verkehrsetat zu berücksichtigen«. Deutschland hat sich in Kyoto verpflichtet, zwischen 2008 und 2012 im Rahmen der EU-Lastenteilung insgesamt 21 Prozent weniger klimaschädliche Gase zu produzieren als im Basisjahr 1995. Experten gehen davon aus, dass in den Industriestaaten bis Mitte dieses Jahrhunderts eine CO2-Reduzierung sogar um 80 Prozent nötig ist. Mobil zu sein ist heute sehr wichtig, um problemlos und schnell in einer bestimmten Zeit zur Arbeit, zum Einkaufen usw. zu kommen; dementsprechend ist die Zahl der zugelassenen Autos stetig angestiegen. Für das Klima hat es negative Folgen, denn rund 90 Prozent der vom Gesamtverkehr verursachten klimarelevanten Emissionen stammen aus den Auspuffen des Straßenverkehrs und nur 10 Prozent werden von der Schiene, dem Luft- und Schiffsverkehr verursacht. Das Auto hat zweifellos viele Vorteile, man sollte es jedoch bewusster nutzen, denn in vielen Fällen ist es langsamer, teurer und vor allen Dingen klimabelastender als die anderen Verkehrsmittel. Man kann aber auch ohne Auto mobil sein, so lassen sich Kurzstrecken gut zu Fuß oder per Fahrrad zurücklegen. Der tägliche Weg zur Arbeit ist meistens auch mit Bus, Bahn oder in Kombination mit den Nahverkehrsmitteln möglich. |