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>> Pressemitteilung vom 21. September 2003:


LBU: Ausbau der bestehenden Trasse ist für alle Seiten das Beste

Favorisierte Neubaustrecke Seelze-Haste schadet auch der Bahn selbst

(Haste) - Die von der Deutschen Bahn bevorzugte trassenferne Lösung für Strecke zwischen Haste und Seelze ist nicht nur die schlechteste für Natur und Mensch. Sie schadet auch der Bahn selbst. Diese Ansicht vertrat der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) Niedersachsen auf der heutigen Kundgebung vor dem Bahnhof Haste.

Mit einer neuen Trasse sollen Hochgeschwindigkeitszüge auf der Verbindung Berlin-Dortmund eine eigene Spur bekommen und so vom langsameren Schienenverkehr getrennt werden. »Menschen wählen das Verkehrsmittel, das sie am schnellsten ans Ziel bringt«, so Karlheinz Narten, Sprecher des LBU-Arbeitskreises Verkehr auf der Kundgebung in Haste. »Die Bahn befindet sich deshalb in einer großen Konkurrenz mit dem Auto und dem Flugzeug. Es ist nur verständlich, dass die Bahn alle Möglichkeiten ausschöpfen will, um mit ihrem Angebot zu kürzeren Fahrzeiten zu kommen.« Die Lösung liege einzig in der Trennung von schnellen und langsamen Zügen, so Narten weiter. »Züge, die 250 Stundenkilometer fahren können, brauchen Strecken, auf denen diese Geschwindigkeit auch fahrbar ist.«

Für das Raumordnungsverfahren hat die Deutsche Bahn vier Streckenvarianten vorgelegt. Davon favorisiert das Unternehmen die südlichste - trassenfernste - Strecke. Sie bringe einen Fahrzeitgewinn von fünfeinhalb bis sechseinhalb Minuten. Der trassennahe Ausbau hingegen sei verglichen mit der bisherigen Fahrzeit nur eine Minute und zehn Sekunden schneller. So gesehen ist es verständlich, dass die Bahn die trassenferne Variante bevorzugt. »Wir müssen uns aber fragen, ob ein so geringer Unterschied von nur fünf bis sechs Minuten die Einschnitte in den Naturhaushalt und Lebensraum der Menschen rechtfertigt. In diesem Fall meinen wir ganz klar nein«, so Narten.

Als Umweltverband ist dem LBU selbst daran gelegen, den Schienenverkehr so attraktiv wie möglich zu machen. In diesem Fall jedoch ist der Fahrzeitgewinn nach Ansicht des Verbandes zu gering, um die erforderlichen Eingriffe zu rechtfertigen. Mit einem Verzicht auf etwa fünf Minuten Fahrzeit bliebe die Leistungsfähigkeit der Region und der Lebensraum der hier wohnenden Menschen erhalten. Denn ein Ausbau der bestehenden Trasse griffe nicht in das bestehende Wirkungsgefüge zwischen Menschen, Pflanzen- und Tierwelt ein.

Der LBU zweifelt zudem an, ob der Fahrzeitgewinn der Bahn tatsächlich neue Kunden brächte. »Wir sehen ja heute, wie die betroffenen Menschen in der Region sich gegen den favorisierten Neubau stemmen. Diese Menschen wird die Deutsche Bahn wohl kaum als Kunden gewinnen oder erhalten können«, warnte Narten. Der LBU-Verkehrsexperte erinnerte daran, wie nachteilig für die Bahn die wegen der Tarifreform verärgerten Kunden reagiert haben. »Man sollte begangene Fehler nicht wiederholen, sondern die Kompromissbereitschaft der Betroffenen annehmen.«


Eine Pressemitteilung des LBU Niedersachsen. Rückfragen an Karlheinz Narten, Sprecher des AK Verkehr im LBU; Tel. (05 11) 85 27 32.


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