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>> Pressemitteilung vom 06. Februar 2003:


Eine Pressemitteilung unserer Mitgliedsgruppe BI Goslar:

Schneekanonen im Harz werden 1 Mio. Euro teurer

(Goslar) - Am 11. Dezember 2002 verkündete der Vorsitzende des Niedersächsischen SKiverbandes, Walter Lampe, in de Goslarschen Zeitung, dass auf der olympiagerechten Biathlonanlage am Sonnenberg mit Unterstützung der Nationalparkverwaltung Harz eine Beschneiungsanlage errichtet werden soll. Es sei bereits beim Land Niedersachsen ein Finanzierungsantrag in Höhe von 88.000 Euro gestellt worden. Der krumme Betrag sollte wohl in der Öffentlichkeit den Eindruck erwecken, dass die Kosten für die Anlage präzise ermittelt worden seien. Dass dies keineswegs der fall ist, erfuhren die Mitglieder der Bürgerinitiative Goslar, als sie bei der Bezirksregierung Braunschweig nachfragten.

Der Sportdezernent Wolfgang Kück teilte der Bürgerinitiative am 24. Januar 2003 mit, dass »eine Kostenschätzung des staatlichen Baumanagements Harz Projektkosten von ca. 1,8 Mio. Euro ermittelt« habe. Weiterhin heißt es in dem Schreiben, dass zur Zeit noch überhaupt keine konkreten Planungen vorlägen und über zukünftige Folgekosten keine Zahlen vorhanden seien. Angesichts der Tatsache, dass die zuständige Bergstadt St. Andreasberg seit vielen Jahren als Bedarfszuweisungsgemeinde am finanziellen Tropf der Landesregierung hängt, eine bemerkenswerte Aussage.

Trotzdem teilt jedoch die Bezirksregierung mit, dass sie das Projekt Schneekanonen im Nationalpark grundsätzlich begrüße. Man habe bereits »mit erheblichen Landesmitteln und großem regionalen Engagement« die Anlage errichtet und mehrfach aus- und umgebaut, so dass sie mit der Beschneiungsanlage »konkurrenzfähig« bleiben müsse.

Tatsache ist, so die Bürgerinitiative Goslar, dass für die Anlage mehrere Millionen Euro Steuergelder vergeudet wurden, denn in den letzten Jahren sind fast alle nenneswerten Veranstaltungen am Sonnenberg ausgefallen. Um die Millionen-Fehlinvestition zu kaschieren, will man jetzt weitere Millionen Steuergelder verschwenden. In einem chinesischen SPrichwort heißt es: »Wer auf einem Tiger reitet, kann nicht absteigen« (denn dann wird er gefressen).

Die Umweltschützer fragen weiter, was denn unter Konkurrenzfähigkeit der Anlage zu verstehen sei. Wenn man gegenüber Antholz, Oberhof oder Ruhpolding konkurrenzfähig werden wolle, dann seien weitere Millioneninvestitionen für Großparkplätze, Flutlichtanlagen usw. notwendig. Außerdem müsse man einen der Veranstaltungsorte aus dem prallen Weltcupprogramm teuer herauskaufen. Oder will man innerhalb des Harzes konkurrenzfähig werden, denn in den letzten Jahren sind nicht nur Millioneninvestitionen für den Ausbau der Biathlonanlagen im Tischlertal bei Altenau und für die Biathlon-Anlage bei Clausthal-Zellerfeld ausgegeben worden, es ist auch nur wenige Kilometer entfernt der Bau einer weiteren Wettkampfanlage für internationale Ansprüche mit dem Namen »Schierke 2000 plus« in der Planung.

Offensichtlich haben die angeblich so finanzschwachen Bundesländer Niedersachsen und Sachsen-ANhalt genügend Geld, um sich beim Bau olympiagerechter Biathlon- und Langlaufanlagen gegenseitig Konkurrenz zu machen und reine Prestigeobjekte zu finanzieren – alles auf Kosten der Steuerzahler und der Natur. Am Sonnenberg sind bereits Moore trockengelegt, Bäche verrohrt und Wälder im Nationalpark Harz abgeholzt worden.


Eine Pressemitteilung des der BI Goslar im LBU Niedersachsen. Rückfragen an die LBU-Geschäftsstelle, Alexanderstr. 7, 30159 Hannover; Tel. (05 11) 3 68 15 20; Fax (05 11) 3 68 13 31; E-Mail: [ info@lbu-niedersachsen.de ]


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