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>> Pressemitteilung vom 10. Oktober 2002: |
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Im Alten Land jetzt auch illegale Pestizide auf Obst gefunden LBU: Konsequenzen für den »Integrierten Obstbau« im Alten Land – Rückstandsdaten offenlegen (Hannover) - Nach dem Pestizidskandal im März dieses Jahres wurden jetzt verbotene Pestizide auf Obst aus dem Alten Land gefunden. Rückstandsanalysen des Staatlichen Lebensmitteluntersuchungsamts Oldenburg der Jahre 1997 bis 2001 zeigen: Im Alten Land wurden offensichtlich jahrelang regelmäßig nicht zugelassene Pestizide eingesetzt, die auch das Obst verunreinigt haben. Die Hälfte der Äpfelproben ist mit Spritzmittelresten belastet. Häufig werden auch Mehrfachrückstände gefunden. Im März diesen Jahres war bekannt geworden, dass Obstbauern im Alten Land bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln wiederholt gegen Gesetze verstossen haben. Sie hielten die Mindestabstände zu Gewässern nicht ein, benutzten keine verlustmindernden Geräte und brachten Pflanzenschutzmittel aus, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Doch von belastetem Obst wollte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium und die beteiligten Behörden damals nichts wissen. Im Bericht »Giftspritze außer Kontrolle«*) wurden heute die neuen Untersuchungsergebnisse aus dem Alten Land veröffentlicht. Anhand von aktuellen Beispielen wird in der vom Naturschutzbund NABU herausgegebenen Studie gezeigt, dass in vielerlei Hinsicht gegen nationale und EU-weite Bestimmungen für den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln verstoßen wird. Der LBU Niedersachsen fordert umgehend Konsequenzen für den sogenannten »Integrierten Obstbau« im Alten Land. Dort wird über 80 Prozent Obst nach definierten Richtlinien angebaut. Der »Kontrollierte Integrierte Kern- und Steinobstanbau an der Niederelbe« verpflichtet sich selbst ausschließlich zur Anwendung umweltschonender und zugelassener Mittel. »Die weitere Bewerbung des Integrierten Obstbaus mit einem Prädikatsbegriff wie »umweltschonend« ist aus unserer Sicht umgehend zu verbieten, mißbräuchliche Werbung und Verbrauchertäuschung sind auszuschließen«, so ein Sprecher des LBU. Außerdem müssen künftig alle Lebensmitteluntersuchungen auf Pestizidrückstände mit Herkunftsnachweis sofort öffentlich gemacht werden. Hier ist neben dem Landwirtschaftsministerium und der amtlichen Lebensmittelüberwachung auch der Förderverein Integrierte Produktion gefordert, die Daten regelmäßig offen zu legen. Der LBU fordert Konsequenzen:
*) Andreas Schlumberger »Giftspritze außer Kontrolle« im Auftrag des Naturschutzbundes Deutschland Tabelle: Illegal angewandte Pflanzenschutzmittel, nachgewiesen auf Obst aus dem ALten Land (nach Angaben des LI Oldenburg)
Eine Pressemitteilung des LBU Niedersachsen. Rückfragen an die LBU-Geschäftsstelle, Alexanderstr. 7, 30159 Hannover; Tel. Weitere LBU-Texte zu diesem Thema: [ Verbraucher werden getäuscht – Integrierter Obstanbau ist Mogelpackung (Pressemitteilung vom 01. März 2002) ] [ Hintergrundpapier des AK Wasser – Anmerkungen zum Bericht des Pflanzenschutzamtes ] |