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>> Pressemitteilung vom 16. April 2002:


Umweltverbände lehnen Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven ab

(Wilhelmshaven) - Auf dem heutigen Scoping-Termin zum Tiefwasserhafen Wilhelmshaven sprachen sich die Umweltverbände AKN, Bürger gegen den JadeWeserPort, BUND, LBU Niedersachsen, Rettet die Elbe und WWF gegen den Bau des Tiefwasserhafens aus und fordern das Land Niedersachsen auf, das Verfahren für den JadeWeserPort einzustellen. Sorge bereitet den Umweltverbänden, dass der ursprüngliche Beschluss der Länder, den Privatfinanzierungsanteil für die Hafeninfrastruktur auf mindestens 50 Prozent festzusetzen, inzwischen zurückgenommen wurde. »Dies ein Indiz dafür, dass sich der Tiefwasserhafen betriebswirtschaftlich nicht rechnet«, sagte eine Sprecherin der Verbände.

Eine Studie von AKN zu den prognostizierten Tiefgängen der kommenden Schiffsgeneration hat gezeigt, dass auch künftig die Containerschiffe die norddeutschen Häfen anfahren und wieder verlassen können. »Wir sehen keinen Bedarf für den JadeWeserPort. Ein so massiver Eingriff in die Natur ist nicht zu rechtfertigen!«, so eine Sprecherin der Verbände.

Der Bau und Betrieb eines solchen Großprojektes stellt einen schwerwiegenden Eingriff in das Ökosystem Wattenmeer dar und würde gravierende Umweltschäden verursachen. Für dieses Projekt sind umfangreiche Baggerungen in der Größenordnung von ca. 60 Millionen Kubikmetern nötig. Dies wird zu erheblichen Beeinträchtigungen für Tiere und Pflanzen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und der Jade fuhren. Verluste von Lebensräumen sowohl an Land als auch auf See durch das Überbauen von Flächen, ein erhöhtes Risiko von Schiffshavarien sowie ein starker Anstieg des Hinterlandverkehrs sind mit dem Bau des Tiefwasserhafens verbunden.

Zur Zeit ist neben dem JadeWeserPort in Wilhelmshaven die Vertiefung der Weser sowie der Bau des Containerterminals IV in Bremerhaven und die Vertiefung der Elbe geplant. »Dies ist eine ökologische Katastrophe für die Küstenregion und widerspricht dem gemeinsam mit Dänemark und den Niederlanden vereinbarten Ziel, die Flussmündungen zu renaturieren. Wir fordern dringend ein Gesamtkonzept für die Häfen an der norddeutschen Küste.«

Die bisherige Konkurrenz zwischen Niedersachsen, Hamburg und Bremen verhindert eine sinnvolle Planung und fahrt zu einem unverantwortlichen Raubbau an der Natur. Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ist ein solches Gesamtkonzept nötig, um unrentable Projekte, finanziert mit Millionen von Steuergeldern, zu verhindern.



Eine gemeinsame Pressemitteilung von LBU Niedersachsen mit Aktionskonferenz Nordsee (AKN), Bürger gegen den Jade-Weser-Port, BUND, Förderkreis «Rettet die Elbe» und WWF. Rückfragen an die LBU-Geschäftsstelle, Alexanderstr. 7, 30159 Hannover; Tel. (05 11) 3 68 15 20; Fax (05 11) 3 68 13 31; E-Mail: [ m.ruecker@lbu-niedersachsen.de ]

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