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Fachgespräch zum Schutz von Wesergebirge und Süntel vor weiterem Bodenabbau

Nicht im Dachtelfeld – und auch nicht am Möncheberg

von Bernd Mros, LBU Niedersachsen e.V./Ak Boden

Aufgrund der vielfältigen Aufgaben und der begrenzten personellen Kapazitäten kann der LBU nur dort Stellungnahmen zu aktuellen Verfahren abgeben, wo Mitgliedsgruppen vor Ort aktiv sind. Das ist z.B. beim Gesteinsabbau im Harz der Fall, wo sich eine Gruppe mit der Gipsproblematik beschäftigt. Hier handelt es sich um ganz ähnlich gelagerte Probleme – doe Konzentration der Rohstoffe auf begrenzte Räume und Konkurrenz mit wertvollen Naturpotentialen.

Dennoch ist der LBU an der hier diskutierten Problematik sehr stark interessiert und grundsätzlich zur Mitarbeit bereit. Es geht letztendlich um besonders wertvolle Naturpotentiale, die durch die geplanten Abbauvorhaben unwiederbringlich zerstört werden. Der LBU hat bereits an einem Papier mitgearbeitet, wo es um Konfliktminimierungsstrategien beim Nassabbau von Sanden und Kiesen geht. Die zehn Empfehlungen liegen mittlerweile auch als Handreichung vor. Eventuell wäre eine ähnliche Arbeitsgruppe auch im Zusammenhang mit der sehr kontrovers geführten Diskussion beim Hartgesteinsabbau hilfreich.

Der LBU hat schon in der Vergangenheit immer wieder Dialogbereitschaft gegenüber dem Wirtschaftsministerium und den Unternehmerverbänden signalisiert und der o.g. Initiativkreis hatte sich nach Abschluss seiner zehn Empfehlungen vorbehalten, evtl. auch das Thema Hartgesteinsabbau in einer zweiten Stufe zu bearbeiten. Leider haben jedoch beide Arbeitsgruppen (Initiativkreis und Hartgesteins-Arbeitsgruppe) weitgehend parallel gearbeitet, ohne Kontakt in diesen Fragen aufzunehmen. Dieses Versäumnis lasten wir eindeutig den Ministerien und den Unternehmerverbänden an, die von beiden Gruppen gewusst haben. Es stellt sich die Frage, ob die Naturschutzverbände bewusst ausgegrenzt worden sind, um sich als Arbeitsgruppe nicht der offenen Diskussion stellen zu müssen.

Nach Durchsicht der verfügbaren Informationen zur heutigen Diskussion stellen sich für mich die folgenden Fragen:
  • Gibt es eine nachvollziehbare Bewertungsmatrix für die 7 plus 3 Gebiete? Die vorliegenden Unterlagen helfen bei der Entscheidungsfindung noch nicht sehr viel weiter. Das Dachtelfeld erscheint wertvoller bzw. problematischer als der Möncheberg – dieser ist jedoch noch nicht intensiv lagerstätten-kundlich untersucht worden)!


  • Gibt es Bedarfszahlen für die Verwendung von Hartgesteinen? Wie ist der Stand bei Recycling und Substitution? Müssen die Standards bei der Verwendung der Rohstoffe evtl. gesenkt werden (d.h. Anpassung der DIN-Normen)? Ist der Bedarf auf Grund geringerer Bautätigkeiten evtl. sogar rückläufig?


  • Der Hartgesteinsabbau stößt überall auf sehr empfindliche, wertvolle Naturpotentiale, so dass ein Dialog der unterschiedlichen Interessen besonders wichtig ist (siehe hierzu die Bedeutung von Ith und Süntel für NATURA 2000)!


  • Auf Grund der Wertigkeit der Gebiete sind Verträglichkeitsprüfungen gemäß FFH-Richtlinien erforderlich (wurde von den Verbänden auch im LROP-Aufstellungsverfahren gefordert)! Es ist meiner Meinung nach nicht ausreichend, wenn im konkreten Genehmigungsverfahren evtl. Flächenreduzierungen bei NATURA-2000-Gebieten vorgenommen werden (wie von der Staatskanzlei im LROP-Beteiligungsverfahren angedeutet wurde)!


  • Die Zielsetzung des sparsamen Umgangs mit den natürlichen Rohstoffen sowie zum Recycling war im LROP ’94 noch eindeutig enthalten (Forderung der Verbände), im neuen LROP soll diese Eindeutigkeit jedoch entfallen, da die »rein textliche Zielfestlegung zum sparsamen Umgang mit Rohstoffen keinen konkreten Umsetzungsbezug besitzt« (evtl. soll es Hinweise in den Erläuterungen zum LROP geben).


  • Der Landkreis Hameln-Pyrmont spricht sich in seinem LRP eindeutig gegen weitere Abbauvorhaben aus (alte Waldstandorte mit hoher Schutzwürdigkeit)! Es stellt sich die Frage nach der Wertigkeit derartiger Fachpläne im Rahmen der Gesamtabwägung, zumal sich die Bedeutung der potentiellen Abbaugebiete hieraus eindeutig ergibt?



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