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>> Pressemitteilung vom 01. März 2002: |
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40% der kontrollierten Obstbaubetriebe im Alten Land setzen illegale Pestizide ein Verbraucher werden getäuscht – Integrierter Obstanbau ist Mogelpackung! (Hannover) - Die Erfahrungen im Alten Land zeigen, dass bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Obstbau verbreitet gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen wird. So zeigt der jüngste Bericht des Pflanzenschutzamtes Hannover, dass knapp 40% der kontrollierten Obstbetriebe Pestizide eingesetzt haben, die entweder gar nicht zugelassen oder im Obstbau nicht genehmigt sind. Der LBU Niedersachsen fordert daher umgehend Konsequenzen für den sogenannten »Integrierten Obstbau« im Alten Land. Dort wird auf über 80% der Fläche Obst angebaut. Der »Kontrollierte Integrierte Kern- und Steinobstanbau an der Niederelbe« verpflichtet sich selbst zur Anwendung gewässerschonender Pestizide, ausschließlich zum Einsatz zugelassener Mittel und zur vollständigen Aufzeichnung des durchgeführten Pflanzenschutzes. Ganz offen wird mit Begriffen wie Schutz des Bodens und des Wasser geworben. »Der Integrierte Anbau ist eine Mogelpackung und muss dringend auf den Prüfstand gestellt werden«, fordert LBU-Geschäftsführerin Christine Jordan. »Verbraucher werden bewusst getäuscht. Das muss in Zukunft geändert werden!« Zudem müssen alle Untersuchungen auf Pestizidrückstände auf den Obstprodukten aus dem Alten Land öffentlich gemacht werden, um sicherzugehen, dass die Früchte wirklich unbelastet sind. Hier ist neben der amtlichen Lebensmittelüberwachung insbesondere der Förderverein Integrierte Produktion selbst gefordert, die Daten regelmäßig offen zu legen. Die Behörden hatten den Obstbauern vor zwei Jahren mit der Sondergebietsregelung den Einsatz von Pestiziden im Alten Land massiv erleichtert und die bundesweiten Abstandsauflagen auf nur noch 10% reduziert. Christine Jordan: »Dieses beispiellose Entgegenkommen hat die Landwirtschaft durch Ihr teilweise rechtswidriges Verhalten nun selbst aufs Spiel gesetzt!« Der jüngste Bericht über die Auswirkungen der Sondergebietsregelung zeigt, dass knapp 40% der kontrollierten Obstbetriebe Spritzmittel eingesetzt haben, die entweder gar nicht zugelassen oder im Obstbau nicht genehmigt sind. Außerdem sind Boden, Pflanzen und Gewässer z.T. hoch mit Rückständen belastet. Vorgeschriebene umweltschonende Anwendungstechnik ist nicht vorhanden oder wird nicht eingesetzt. Nach den Untersuchungsergebnissen des Amtes wurden in 38 Betrieben (von 99 kontrollierten) und in 61 Anwendungsfällen Pestizide eingesetzt, die nicht erlaubt sind. Die in den Gewässern in überhöhten Konzentrationen nachgewiesenen Unkrautvernichtungsmittel Lenacil, Chlortoluron, Monolinuron und Simazin sind in Deutschland nicht zugelassen - die Befunde deuten ebenfalls auf eine rechtswidrige Anwendung hin. LBU fordert Konsequenzen:
Eine Pressemitteilung des LBU Niedersachsen. Rückfragen an die LBU-Geschäftsstelle, Alexanderstr. 7, 30159 Hannover; Tel. Weitere LBU-Texte zu diesem Thema: [ Hintergrundpapier des AK Wasser – Anmerkungen zum Bericht des Pflanzenschutzamtes ] |